Stilblüten in Frankfurt am Main

Vom 6. bis 8. Dezember 2013 fand in Frankfurt die Marktveranstaltung Stilblüten in Frankfurt statt. Am letzten Tag habe auch ich es endich mal hin geschafft. Es hätte nicht viel gefehlt und ich hätte es auch dieses Jahr wieder nicht geschafft. Und ich hätte definitiv etwas verpasst. Bei den Selbstbeschreibungen und den Selbstdarstellungen vom Stilblüten Festival bin ich irgendwie immer davon ausgegangen, dass es ein ganz normaler Designermarkt sei, der nur eben etwas mehr Klamotten anbietet als Schmuck oder andere Designerprodukte. Aber weder das eine noch das andere ist so ganz richtig. Auf den Stilblüten findet man nicht nur Klamotten, Röcke, Kleider, Hosen und dergleichen. Auch Schmuck und Papeterie und andere Assecoires finden man dort. Aber ein ganz normaler – auch wenn ich mir eben schon eine Definition von „normal“ gespart habe und auch jetzt so tue als wäre das keiner Antwort wert – Designermarkt ist es nicht.  Es ist vielmehr ein High-Fashion-Markt. Wobei ich das Wort „High“-Fashion nie besonders mochte. Als ob das eine besser oder schlechter Art der Mode gäbe oder die Menschen, die das eine oder das andere tragen, besser oder schlechter sind. Aber naja, Cheap und Expensive wären ja nun wirklich auch die falsche Bezeichnung. Aber sei es wie es ist. Highfashion war auf jedenfall das Wort, das mir auf den Stilblüten immer und wieder in den Sinn kam. Es war der erste Markt auf dem ich mich tatsächlich und ganz ehrlich underdressed gefühlt habe. Klinkt verrückt, aber Sandra von re.cover, die dort selbst einen Stand hatte, wusste was ich meine, und ich denke viele, die dort waren, können nachvollziehen was ich meine.

Der-Markt

Nicht nur die Schaufensterpuppen, die natürlich in keinem Schaufenster standen, aber heute benutze ich eh nur wenig treffende Begriffe also können wir auch bei Schaufensterpuppe bleiben, waren besser gekleidet als ich. Alle waren besser gekleidet als ich. Und ich wusste gar nicht, was ich zu erst kaufen sollte, um auch so toll gekleidet zu sein. Die Auswahl war gigantisch und auch wirklich toll, gekauft habe ich aber trotzdem nichts. Und das nicht nur, weil es natürlich trotzdem ein bisschen teurer ist als bedruckte Jutetaschen und T-Shirts, die man sonst so kaufen kann. Wobei ich hier mit aller Stärke betonen möchte, dass ich keinerlei Bewertung damit abgeben möchte. Sowohl das eine als auch das andere sind tolle Arbeiten, die gewertschätzt werden sollten und die ich auch wertschätze. Aber manches kostet eben mehr als das andere. Das eine trägt man eben auf einer Cocktailparty und das andere eben auf der Straße und zu Hause und auf der Arbeit. Mir sind auf den Stilblüten einfach nicht genug Jobmöglichkeiten und Veranstaltungen eingefallen, durch die ich mir all das hätte leisten und wann ich es hätte tragen können. Aber eins weiß ich, ich habe eine Stapel Visitenkarten zu Hause, und irgendwann werde ich all meine Klamotten durch diese tollen Kleidungsstücke ersetzen. Aber erstmal arbeiten.

Stylische-Schaufesterpuppen

So viel zu mir und meinem Kleiderschrank. Stilblüten hat noch weitaus mehr zu bieten als Kleidungsstücke, die mich eher an ein Museum als einen Markt erinnern. Dann dieser „normalen“ Produkte war der Tag aber auch für mich noch sehr erfolgreich, wenn man Geldausgeben als Erfolg bezeichnen kann. Ohne Stände wie die von Miss Trula Trash, re.cover und nuuna wäre ich aber auch etwas enttäuscht gewesen. Denn fünf Euro Eintritt (ermäßigt, sieben regulär) sind doch nicht ganz wenig und wenn ich dann nur Highfashion vorfinde, die ich mir nicht leisten kann oder von der ich nicht weiß, wann genau ich sie tragen soll, dann bin ich enttäuscht. Es ist Sonntag und wenn ich auf einen Markt gehe, möchte ich Spaß haben, tolle Menschen kennenlernen, tolle Produkte anschauen, anfassen, auch kennenlernen, aber ich möchte auch welche mit nach Hause nehmen können. Aber ich muss auch zugeben, jetzt – nachdem ich dort war – verstehe ich die Plakate nicht mehr falsch. „Festival für Mode und Design“ und genau das ist es. Ein Festival. Mode und Design wird dort gefeiert. Und das haben sie auch verdient. Es war ein buntes und schönes, aber vor allem ein beeindruckendes Fest. Und ich möchte wieder feiern, aber zur Erinnerung habe ich mich erstmal ordentlich bei nuuna eingedeckt. Deren Stand auch bunt, voller Farbe und ein Fest war. Ein Fest für Papeterie und Notizbücher. Und der ein oder andere Leser weiß vielleicht wie ich Notizbücher liebe. Und das Drehbuch finde ich wirklich fantastisch. Ich hatte es eigentlich als ein Geburtstagsgeschenk gekauft, aber vielleicht… naja, ich habe ja auch irgendwann wieder Geburtstag.

Papeterie

Ich muss zugeben, ich bin zunächst an der Location vorbeigelaufen. Das Stilblüten Festival fand dieses Mal in der Mecedes Benz Halle in der Hanauer Landstraße, in der Nähe vom Ostbahnhof statt. Eigentlich eine ganz gute Lage. Die U-bahn braucht nicht besonders lange vom Zentrum aus und der Fuß nicht besonders lang von der U-Bahnstation. Aber auf so einer super Lage darf man sich nie ausruhen. Die ganze Hanauer Landstraße war zugehängt mit Plakaten von Stilblüten. Das ist super und hat die Suche sehr erleichtert, wobei eigentlich hat es Suchen unnötig gemacht. Aber – denn überall ist ein Aber – das Plakat an der Mecedes Benz Halle ist mir nicht als wichtiger aufgefallen als die anderen. Und da bin ich erstmal an dem Autohändler vorbeigelaufen. Ein großer Pfeil sowas brauche ich. Aber naja, ich hätte natürlich auch vorher mal richtig lesen können. Einmal drin habe ich mich dann ja auch nicht mehr verlaufen. Und warm war es dort. Richtig schön warm, wobei ich gehört habe, dass es am Freitag keine Heizungen gab. Also ich gehe mal davon aus, dass es schon Heizungen gab, die aber abgestellt waren. Das stelle ich mir natürlich nicht so angenehm vor für die Aussteller, aber auch nicht für die Besucher. Am Sonntag aber war es warm und hell und gemütlich. Die Halle war nicht besonders groß, dafür aber ordentlich besucht und voll. Aber irgendwie war es trotzdem nicht unangenehm. Auch das Café war gut besucht, aber auch wirklich liebevoll dekoriert.

Das-Café

Etwas schade empfand ich die Kinderecke. Oder um genau zu sein, den bunten Teppich von dem ich ausgehe, dass es die Kinderecke ist. Auf vielen Designer- und Handmademärkten besteht der Großteil der Besucher aus Familien. Aus Familien mit Kindern. Auch wenn er nicht allzu viele Aussteller gab, die dort Kindersachen verkauft haben, so wie Katharina von zialee, so sind doch auch hier Eltern in gewisser Weise das Zielpublikum und die haben nun mal Kinder und für diese sollte es – finde ich einen Ort geben, auch etwas Spaß zu haben. Eine bunte Decke – auch wenn es wirklich eine hübsche bunte Decke war, die aber wohl auch mehr das weibliche, erwachsene Herz höher schlagen lässt – und ein Sitzsack denke ich könnte etwas wenig sein. Aber ich muss auch zugeben, dass ich so viele Kinder gar nicht gesehen habe.  Also vielleicht schätze ich auch das Zielpublikum von Stilblüten falsch ein, es ist ja eben nicht der klassische Handmademarkt, sondern ein Designermarkt.

Viele-bunte-Farben

Eine Sache sollte hier aber nicht unerwähnt bleiben. Ich habe die Zeit auf Stilblüten sehr genossen und es hat viel Spaß gemacht. Es hat mir eine neue, andere Seite der Marktwelten gezeigt. Und besonders toll empfand ich die Anordnung der Stände. Zwischen den meisten Ständen war eine Art fließender Übergang entstanden. Die wenigsten hatten Tische, die genau ihre Standfläche füllten und das fand ich wirklich klasse. Denn ich habe die Marktszene immer als eine Communtiy wahrgenommen, aber bei der Anordnung der einzelnen Stände ist das immer ein bisschen verloren gegangen. Sicherlich, es gibt Konkurrenz, aber die ist eigentlich nicht spürbar oder zumindest nur ganz ganz selten. Weder vor noch hinter den Kulissen. Und das sollte doch auch bei den Ständen sichtbar sein oder?

Warst Du auch auf den Stilblüten? Wie fandest Du es? Hast Du auch das Bedürfnis, Deinen Kleiderschrank zu erneuren? Ich geh jetzt mal ins Schlafzimmer und miste aus.

Bis bald. Deine Sophie

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born in 1990 in Wiesbaden, studies Cultural and Communicatuin Studies, Literature and Publishing at the Johannes Gutenberg-University Mainz. She worked as a freelancer for several German newspaper. This fall she spends at the University of Memphis as an exchange student.

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